Donnerstag, 4. Juni 2015

Versteckte Wanderung auf ein Fort aus dem Gebirgskrieg in atemberaubender Natur am Idrosee

Der Idrosee liegt einsam und verlassen im Westen des Gardasees, in engen Tälern, die schlecht zu erreichen sind. Mal hat man was gelesen im Moser- Führer, doch über die Jahre waren wir doch nie in dieser Ecke- bedeutete dieser Winkel vom Gardasee aus doch mindestens eine Stunde Autofahrt. 
 Da fiel mir Ralf Glasers Mountainbikeführer "Dynamite Trails 2"  in die Hände und neugierig entdeckte ich spannende und vielversprechende Touren in dieser Gegend.
Ganz besonders sprang mir eine Tour zum Weltkriegsfort "Cima Ora" ins Auge:
Warum nicht einfach die Teerauffahrt durch eine parallel verlaufende Überschreitung über mehrere Gipfel- natürlich ohne Bike- ersetzen? Anhand der Höhenlinien war ersichtlich, dass man da mit Bike kein Land gewinnen kann.
von Anfo auf den ersten Gipfel- Monte Censo



 In Anfo gibt es am südlichen Ortsrand einen öffentlichen Parkplatz, an dem man bequem parken kann. Durch den Ort gehend, kommt man an der Kirche an einem neuen Brunnen vorbei, der köstlich frisches Wasser bietet.
Dann überquerten wir die Hauptstrasse  und hielten uns durch uralte italienische Häuser stets hangaufwärts. Man quert immer wieder die Strasse zum Passo Maniva. Zwischendurch gibt es kurze versteckte Abkürzer und erst oberhalb des Ortes, bei der Kapelle von San Petronilla, ist obiges Schild mit Wandermarkierung zu sehen. Von dort windet sich ein schön angelegter Pfad nach oben auf den ersten Gipfel: Monte Censo. Wir hatten Glück mit unserer Wegwahl, denn es scheint ein im Gebirgskrieg angelegter Pfad zu sein. Schnell kommt man im Schatten vieler Büsche höher und die Aussicht wird besser, der See liegt einem zu Füßen. Geschickt schlängelt sich die Spur um Felsen und Hänge und überrascht mit immer neuen Ansichten.
   Der Gipfel des Monte Censo ist bald erreicht und eine lange Querung durch den Hang schließt sich an. Schon ist die Teerstrasse wieder in der Nähe, die einen begleitet und bis zum Monte Ora reicht. Wir bleiben nur kurz auf ihr und folgen dem jetzt gut ausgeschilderten 433er Weg. Steil im Hang angelegt folgt der Sentiero dem Bergkamm und in kurzen Abständen sieht man Schützengräben und Stellungen, begleitet von einer grandiosen Aussicht auf das Judikariental.

unterwegs am Kamm zur Cima Valcaei
 Den Gipfel der Cima Valcaei liessen wir aus und folgten dem Weg hinaus auf die bereits genannte Teerstrasse, folgten ihr ein wenig, um abermals kurz darauf in den letzten steilen Wiesenhang zu biegen, der uns zum Monte Ora führte. Immer wieder ist es erstaunlich, welch gewagte Wege in oft atemberaubende Abhänge gebaut wurden. Heutzutage kann man es gar nicht mehr nachvollziehen, welch ein Aufwand damals im grausamen Krieg gemacht wurde.

Dann plötzlich flacht das Gelände ab und man steht wieder auf was?
Forte Cima Ora
Der Strasse, die uns schon von Anfang begleitet hat! Ein Stück noch und schon geht man durch die Festungsanlage der Cima Ora: Unterkünfte, Sperranlagen und der eigentlichen Festung, auf der vier grosse Geschützbettungen zu erkennen sind. Alles ist einigermassen erhalten und gibt einen Eindruck von den damaligen Verhältnissen. Nach diesem vierstündigen, anstrengenden Aufstieg machten wir hier heroben erstmal eine verdiente Rast und genossen die wunderbare Rundumsicht in Berge, die wir noch nie gesehen haben: Die Bergamasker Alpen mit dem Presolana- Stock und das Adamello.


 Angenehm erschöpft entschlossen wir uns, zurück über die Schotterstrasse zum Passo del Mare (dort Rifugio Baremon) zu gehen und der oben öfter genannten Teerstrasse abwärts zu folgen.
Diese Strasse zieht sich zwar, entlastet aber Füße und Beine und punktet mit einem Brunnen am Weg.
Nach sieben Stunden freuten wir uns über eine tolle, gelungene  Tour .

der Wanderweg 433 führt nahezu immer an diesem Kamm, am Hang die genannte Teerstrasse

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen